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Etliche Legenden ranken sich um die Entdeckung der Kaffeebohne. Mir gefiel die folgende Geschichte besonders gut:

Zwei ZiegenIn Äthiopien – etwa im Jahr 850 – wunderten sich Mönche in einem Kloster, dass ihre Ziegen plötzlich so lebendig und aufgekratzt waren. Offenbar hatten die Tiere irgendwelche Beeren gefressen. Die Mönche kannten diese Beeren nicht und probierten neugierig einige davon. Aber sie schmeckten ziemlich bitter und deshalb warfen sie den Rest ins Feuer. Ein köstlicher Duft stieg auf und nachdem das Feuer gelöscht war, sammelten die Mönche die inzwischen gerösteten Beeren ein und brauten daraus ein schwarzes Getränk. Fortan tranken sie dieses Getränk regelmäßig am Abend. Endlich war es nicht mehr so schwierig für das Nachtgebet wach zu bleiben. Es hat also tatsächlich die redensartlich ‚dumme Ziege‘ den Kaffee entdeckt.

Der Wein des Islam

In den folgenden Jahrhunderten breitete sich der Kaffee weiter aus Richtung Arabien. Vermutlich hat er davon auch seinen Namen, denn auf Arabisch heißt das Getränk ‚Qahwah‘, das Anregende. Man nannte ihn auch den Wein des Islam. Im 15. und 16. Jahrhundert ging es für den Qahwah dann weiter über Mekka und Medina nach Kairo und Konstantinopel, das heutige Istanbul. Das erste ‚Café‘ der Welt eröffnete dann auch im Jahr 1554 in Istanbul.

Arabisch Kaffee
Erst ein weiteres halbes Jahrhundert später brachten Kaufleute aus Venedig Kaffeebohnen nach Europa. 1683 ließen die Türken nach der Belagerung von Wien 500 Säcke Kaffee zurück. Das war der Grundstock für die heute noch weltberühmte Wiener Kaffeehauskultur. Auch in anderen großen europäischen Städten wie London und Paris eroberte sich der Kaffee in der Hochzeit des Barock seine Fans. Die ersten deutschen Kaffeehäuser eröffneten Ende des 17. Jahrhunderts in Städten wie Hamburg, Leipzig oder Nürnberg. Wer mal in Regensburg ist: gegenüber vom Alten Rathaus ist das Prinzess-Konditorei-Café, wo auch schon anno dazumals das Regensburger Kaffeehaus zu finden war. Bis heute kann man dort nach uralter Kaffeehaustradition seinen Kaffee genießen.

Bachs Kaffeekantate

Sogar die Kultur in der Barock-Epoche war vom Kaffee beeinflusst. Johann Sebastian Bachs „Kaffeekantate“ (“Schweiget stille, plaudert nicht” BWV 211) aus dem Jahr 1734 spricht hier Bände. Man vermutet, sie wurde komponiert, um in Leipzig in einem Kaffeehaus aufgeführt zu werden.

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„Im Gegensatz zu den meisten anderen weltlichen Kantaten Bachs ist dieses Werk keine Huldigung an die Obrigkeit, sondern skizziert humorvoll-ironisch eine Szene aus dem bürgerlichen Leben der Leipziger: Herr Schlendrian (Bass) versucht mit wütenden Drohungen seiner Tochter Liesgen (Sopran) die Unsitte des täglichen Kaffeetrinkens abzugewöhnen. Erst als er ihr die Erlaubnis zur Heirat in Aussicht stellt, lenkt die eigenwillige Tochter zunächst in der Arie „Heute noch, lieber Vater tut es doch“ ein, lässt aber im anschließenden Rezitativ des Erzählers heimlich verbreiten, dass sie nur einen Mann akzeptiert, der ihr auch in der Ehe jederzeit das Kaffeetrinken gestattet.“ (Quelle: Wikipedia)

Und was lehrt uns diese Kantate noch?

Hat man nicht mit seinen Kindern
Hunderttausend Hudelei!
Was ich immer alle Tage
Meiner Tochter Liesgen sage,
Gehet ohne Frucht vorbei.

Ob im Barock oder im Jahr 2020 – manches zwischen Eltern und Kindern ändert sich wohl nie.  😉

Nur für Männer

Die Kantate impliziert außerdem auch ein emanzipatorisches Problem. Anfangs war Kaffee ein reines Männergetränk. Frauen war der Genuss verwehrt. Erst sehr viel später veranstalteten die Frauen so genannte Kaffeekränzchen, die es ja bis heute an vielen Orten noch gibt. Kaffee war auf jeden Fall ein Luxusgut. Wer etwas auf sich hielt, und es sich leisten konnte, bot seinen Gästen eine Tasse frisch aufgebrühten Kaffee an. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wird Kaffee auch in der breiten Masse immer beliebter und immer mehr zum Volksgetränk. Es gibt mittlerweile kaum noch einen deutschen Haushalt, in dem man keinen Kaffee trinkt. In der Oberschicht ist Kaffee nach wie vor ein Genussmittel, während für die Arbeiterschicht Kaffee eher ein Aufputschmittel ist, das hilft, einen 16-Stundenarbeitstag zu überstehen. Sie kochten daraus Kaffeesuppe mit Brot, Milch und Butter. Machte satt und hielt wach.

Und heute?

Nach wie vor gehört Kaffee zu den beliebtesten Getränken in Deutschland. 162 Liter trinkt jede*r Deutsche jährlich. Mit 60,3 % führt Filterkaffee dabei die Liste der Lieblingsarten an. Und welchen Kaffee trinkst du am liebsten?  Du hast die Wahl. Du kannst dich nicht entscheiden? Dann versuche es doch mal mit einem unserer Probierpakete. 

 

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