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Wenn der Kaffee auf die Kaffeetafel kommt oder wenn er beim Coffee-to-Go-Shop über die Theke geht, ist er für gewöhnlich heiß. Es scheint, als würden die meisten Menschen ihren Kaffee am liebsten heiß trinken und zwar so heiß wie möglich.  Gesund ist das nicht unbedingt, zumal die empfindlichen Schleimhäute im Mund- und Rachenraum leicht verbrüht werden können. Besser ist es sicher, wenn du deinen Kaffee nicht allzu heiß zu dir nimmst, sondern ihn lieber zwei oder drei Minuten stehen lässt, bevor du ihn trinkst.  Im Kaffeemuseum in Hamburg lernt man bei einer Kaffeeverkostung, dass die Gewohnheit, Kaffee sehr heiß zu trinken, durch die großen Kaffee-Unternehmen begründet wurde. Der handelsübliche Kaffee, den man so in den Regalen der Supermärkte findet, sei nicht von besonders guter Qualität. Damit die Konsumenten das nicht merken, habe man heißen, dampfenden Kaffee erfunden. Denn je heißer der Kaffee, umso weniger schmeckt man. Deshalb schmeckt auch kalter Kaffee oft nicht, wenn es sich um billige und minderwertige Ware handelt.

Kalter Kaffee – sehr viel besser als sein Ruf

Kaffee eiskalt “Ach, das ist doch kalter Kaffee!” Diesen Spruch kennt jeder. Soll heißen: Das interessiert doch niemanden mehr. Was auch drin steckt: Kalter Kaffee schmeckt nicht, will man nicht. Aber stimmt das auch? So manche Kaffeetrinkerin klingt da ganz anders:

„Ich persönlich trinke meinen Kaffee übrigens auch gerne kalt, allerdings nur, wenn die Bohne gut ist. Also einen Kaffee aus dem Supermarkt würde ich wohl eher nicht kalt trinken.“ (Daniela P.)

„Im Sommer in sehr heißen Zeiten mische ich morgens einen Espresso mit Milch, lasse das kalt werden und stelle es dann bis nach dem Mittagessen ins Tiefkühlfach. Lecker.“ (Sandra W.)

In Eisdielen gehört der Eiskaffee übrigens zu den beliebtesten Bestellungen. Man könnte sogar sagen, heute ist kalter Kaffee in vielen Varianten angesagter als jemals zuvor. Da ist zunächst der schon erwähnte Eiskaffee, die bekannteste Variante kalten Kaffees. Klassisch mit Vanille-Eis oder auch mit Eiswürfeln und einer Prise Zimt. In Kaffeekreisen machen zudem Bezeichnungen wie Cold Brew oder Cold Drip Coffee die Runde. Manche trinken auch Cappuccino in einer eiskalten Variante und nennen ihn dann Frappuccino. Meine Kunden lieben an heißen Tagen auch einen Espresso-Tonic oder Iced-Latte.

Kalter Kaffee als Schönheitselixier

weiße Frau mit roten Lippen

„Kalter Kaffee macht schön.“ Dieser Spruch ist ein Überbleibsel aus der Barockzeit. Die Epoche, in der Damen nur mit Sonnenschirm auf die Straße gingen, um ja nicht sonnenbraun zu werden, denn die vornehme Blässe galt als Zeichen von Wohlstand. Um die Haut noch weißer erscheinen zu lassen, wurden die Lippen leuchtend rot geschminkt. Weil nun der Dampf heißen Kaffees die Herrlichkeit des Lippenstiftes schnell dahin schmelzen ließ, tranken die Damen ihren Kaffee lieber kalt. So blieben ihre Lippen länger rot.

Früher sagte man, Kaffee entziehe dem Körper Flüssigkeit, was gleichbedeutend wäre mit: Kaffee macht Falten. Das ist aber längst „kalter Kaffee“ und „Schnee von gestern“. Heute gilt Kaffee wie andere Getränke als Flüssigkeit und darf zur täglichen Flüssigkeitsbilanz hinzugezogen werden.

Ich las, dass Kaffee insgesamt mehr als zweitausend Wirkstoffe enthalten soll. Wichtig für die Schönheit seien vor allem so genannte Antioxidantien, die uns vor freien Radikalen schützen. UV-Strahlen, Aktiv- oder Passivrauchen, Alkohol hinterlassen Spuren an Haut und Haaren. Die besagten Antioxidantien wirken diesen Einflüssen entgegen, Haut und Haare bleiben schön. Dass Kaffee in der Tat die Haut geschmeidiger macht, machen sich übrigens auch Hebammen zunutze. Sie reiben den Damm der Gebärenden mit starkem Kaffee ein, um ihn so weicher und dehnbarer, eben geschmeidiger zu machen und vor dem Reißen unter der Geburt zu schützen.

Falls euch nun meine Anmerkung zu den Hebammen einen Film in den Kopf gepflanzt hat – den werdet ihr los, wenn ihr euch einen richtigen Film anschaut. Es gibt sogar einen mit dem Titel Kalter Kaffee.

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