0

Warenkorb

Ich glaube, es gibt kaum jemanden, der sich nicht an ein Kaffee-Erlebnis aus der Kindheit erinnert. Solche Erinnerungen könnten Bücher füllen. Und bei manchen dieser Erinnerungen wird einem ganz warm und wohl ums Herz oder es steigt einem sofort der Duft von damals in die Nase. Ich habe Kaffeetrinker*innen befragt und einige dieser Erinnerungen zusammengetragen.

Immer freitags

Immer freitags gab’s ein neues Gästehandtuch ins Gäste-WC. Denn damals war der Tchibo-Kaffee, den meine Oma stets kaufte, in ein meist kariertes oder geblümtes Gästehandtuch eingenäht. Sie trennte es auf, füllte den Kaffee in die silberne Kaffeedose, faltete es auseinander, befreite es von den Fäden und hängte es an den Haken im klitzekleinen Gäste-WC direkt neben der Haustür. Meine Mutter fragte regelmäßig: “Willst du es nicht erst waschen?” Und Oma antwortete auf Platt, was ich jetzt nicht schreiben kann: “Nächste Woche. Ist doch nur für die Hände.” Und so roch es in unserer Gästetoilette jeden Freitag wunderbar nach frischen Kaffeebohnen.  (Biggi M.)

Kaffee aus der Schnirkelschnörkelsammeltasse

Bei meiner Oma gab es an sogenannten “hohen Tagen” wie Geburtstage oder Feiertage etc. stets Bohnenkaffee, wobei die Oma selbst am liebsten Karo-Kaffee trank. Der Bohnenkaffee wurde in der elektrischen Krups-Kaffeemühle gemahlen. Jedes Mal ertönte dann dieses typisch schrill-knirschende Geräusch, das jegliche Küchengespräche für eine Viertel- bis halbe Minute unterbindet. Stilecht getrunken wurde Kaffee an diesen besonderen Tagen natürlich aus wunderschönen Sammeltassen mit Schnirkelschnörkel-Blumendekoren und Goldrand. Meine Oma hatte viele solcher Tassen nebst Kuchentellern, könnte schon ein 12-teiliges Service gewesen sein.  Ich selber habe schon als Kind Kaffee geliebt und bei der besagten Oma auch aus den Sammeltassen bekommen. Ich würde sagen, ab sieben oder acht Jahren? Genau weiß ich es nicht mehr, aber auf jeden Fall war ich noch ein Kind, kein Teenie. Das Trinken aus diesen Tassen mit dem kleinen Henkel und der nach oben sich stark öffnenden Form fand ich immer höchst anspruchsvoll: Wenn die Tasse noch voll ist, vorsichtig heben und beim Trinken nix verkippeln … So lernte ich nebenbei noch ein bisschen Feinmotorik.  (Susanne N.)

Der automatische Rüttler

Als Kind hat es mich im Kaffeegeschäft immer fasziniert, wenn die Bohnen mit dieser Maschine frisch gemahlen wurden. Eine ziemlich lärmige Angelegenheit. Ganz besonders hat mich der automatische Rüttler fasziniert, der am Ende des Mahlvorgangs die Tüte automatisch rüttelte, damit sich das Kaffeepulver gut in ihr verteilte. (Annette L.)

Kinderkaffee

Ich habe Kaffee schon als Kind geliebt, obwohl es bei uns zu Hause nach dem Auszug meines Vaters nur noch Tee gab. Aber manchmal kochte meine Oma, wenn wir zu Besuch waren, “Kinderkaffee” – mit echten Bohnen, aber ganz dünn, das hat meine Mutter gerade eben so akzeptiert. Diesen Kinderkaffee habe ich geliebt. Ich wurde dann schlagartig zur “richtigen” Kaffeetrinkerin, als ich von zu Hause auszog und anfing zu studieren – und als ersten Freund einen Hardcore-Kaffeetrinker erwischte. Der übrigens auch schon als Kind heimlich den übriggebliebenen Kaffee von der Kaffeetafel wegtrank, weil er Kaffee so gerne mochte … Von ihm habe ich dann gelernt, dass Kaffee aus frischgemahlenen Bohnen tatsächlich ganz anders schmeckt als aus vorgemahlenem Kaffeepulver.  [och – unser Pulverkaffee ist auch lecker!] (Cäcilie K.)

Kaffee zum Erwachsenwerden

Mir fällt sofort mein allererster Kaffee ein. Ich war 13 Jahre alt und habe meine 5 Jahre ältere Schwester besucht. Wir waren gerade mal wieder umgezogen und im Zuge dessen war meine Schwester nicht mehr mitgezogen. Sie hatte eine Ausbildung begonnen und war dann mit ihrem Freund zusammengezogen. Ich fand das alles sehr erwachsen und beeindruckend. Als ich bei ihr in der neuen Wohnung ankam, fragte sie mich, ob ich einen Kaffee will. Ich sagte: Klar! (Obwohl ich vorher noch nie welchen getrunken hatte und eigentlich auch nie welchen haben wollte.) Sie machte mir einen mit Kaffeeweißer und viel Zucker. Und der schmeckte einfach himmlisch! Der war erwachsen und wild und frei.  Weil sie arbeiten musste, war ich tagsüber in der Wohnung allein. Ich versuchte dann, mir selber wieder so einen Kaffee zu machen, habe das aber nie wieder so hingekriegt. Lecker fand ich mein Gebräu nicht. Getrunken hab ich’s aber trotzdem, weil ich so unabhängig sein wollte wie meine Schwester. Zurück zu Hause angekommen, habe ich dann einfach weitergemacht mit dem Kaffee. Aber ohne Kaffeeweißer, sondern mit Milch und ohne Zucker. Ich weiß nicht mehr, wann ich Kaffee wegen des wirklichen Geschmacks schätzen gelernt habe. Heute finde ich ihn jedenfalls wirklich gut und zelebriere täglich meinen Morgenkaffee. (Henrike D.)

Geheimnisvolles Erwachsenen-Getränk

Ich bin in einer Familie von SchwarzteetrinkerInnen großgeworden. Nur wenn Besuch da war oder mal am Sonntagnachmittag gab es Kaffee zum Kuchen. Das war für mich als Kind immer ein geheimnisvolles Erwachsenengetränk. Ganz groß: Ich durfte es, bevor meine kleine Schwester das durfte, als die Größere mal am Sonntagnachmittag probieren. Allein deshalb beschloss ich, es zu mögen, weil es mein Erwachsensein unterstrich. Geschmeckt hat mir der Kaffee allerdings nicht und ich trinke auch heute eher selten Kaffee. Allerdings mag ich sehr gern Mokkaeis, Mokkacreme in der Torte, den Duft von Kaffee. Der Fanatismus des Mannes im Haus, der allüberall auf der Jagd nach den besten Bohnen ist und eine wahre Kaffeemaschinen- und Espressomaschinensammlung anhäuft, ist mir allerdings unverständlich, aber ich nehme ihn hin. Und gerade zieht der Duft von frisch gekochtem Espresso zu mir an den Schreibtisch hoch … mmh – Hauptsache, ich muss den Kaffee nicht trinken. (Dorothea S.)

Kaffee als Knabberzeug

Als Kind habe ich es geliebt, meiner Mutter beim Kaffeekochen Bohnen zu stibitzen und die zu knabbern. Lecker! (Marion T.)

Camping-Kaffee

Es gibt eine Kombination beim Geruch von Kaffeepulver und Gasherd, am besten Kaffee und Gaskartusche, der in meinem Kopf sofort Kindheit und Urlaubsgefühle auslöst: Kaffee kochen beim Camping, auch wenn ich den Kaffee gar nicht getrunken habe.  (Martina F.)

Und was sind deine Erinnerungen? Schreib mir gerne! Wenn du magst, erweitere ich diesen Beitrag um deine Kindheitserinnerung.

 

Leave a Reply